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Bericht aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 20. Oktober 2026


Veröffentlicht von: Gemeinde Sand a. Main
Bericht aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 20. Oktober 2026
Zwei Bauvorhaben, mit denen sich der Sander Gemeinderat bereits im April beschäftigt hatte, sorgten am Dienstag erneut für großes Interesse. Rund 15 Bürgerinnen und Bürger waren zur Sitzung gekommen, um die Beratungen und Entscheidungen zu verfolgen. Während ein Mehrfamilienhaus mit 15 Wohnungen in der Marienstraße erneut keine Mehrheit fand, gab es für ein Wohn- und Geschäftshaus in der Unteren Länge diesmal grünes Licht.

Für das Vorhaben in der Marienstraße hatten die Bauherren ihre ursprünglichen Pläne überarbeitet. Statt eines versetzten Satteldachs ist nun ein Flachdach vorgesehen. Auch die Außenmaße wurden verändert. Die Zahl der geplanten Wohnungen blieb mit 15 ebenso unverändert wie die drei Vollgeschosse.
Ein wesentlicher Kritikpunkt im April waren die fehlenden Parkplätze gewesen. Nun sind 16 Stellplätze direkt am Gebäude und weitere 14 auf einem Firmengelände in der Industriestraße vorgesehen, das ebenfalls dem Bauherrn gehört. Dieses liegt laut Bürgermeister Jörg Kümmel (FSB) rund 280 bis 290 Meter vom Baugrundstück entfernt. Damit wäre die vorgeschriebene Zahl von 30 Stellplätzen erreicht.

Allerdings weicht das Gebäude weiterhin erheblich vom Bebauungsplan ab. Dieser erlaubt lediglich zwei Vollgeschosse und eine Traufhöhe von sechs Metern. Geplant sind dagegen drei Geschosse mit einer mittleren Traufhöhe von rund 9,50 Metern.
Auch aus der Nachbarschaft gab es erneut Einwendungen. Kümmel berichtete von einem entsprechenden Schreiben an die Gemeinde mit Unterschriftenliste. Lediglich ein Nachbar hatte dem Vorhaben mit seiner Unterschrift zugestimmt. Der Gemeinderat verweigerte mit 5:10 Stimmen erneut seine Zustimmung. Damit ist eine Genehmigung des Vorhabens über den sogenannten Bauturbo in der vorliegenden Form nicht möglich, da auch das Landratsamt die fehlende Zustimmung der Gemeinde in diesem Fall nicht ersetzen kann. Den Bauherren bleibt jedoch die Möglichkeit, einen geänderten Antrag einzureichen.

Anders fiel die Entscheidung für das Wohn- und Geschäftshaus in der Unteren Länge aus, das der Gemeinderat im April noch abgelehnt hatte. Diesmal gab das Gremium ohne Gegenstimme grünes Licht. Die Bauherren reduzierten inzwischen die Zahl der Wohnungen von sechs auf fünf. Daneben sind Räume für ein Übersetzungsbüro vorgesehen. Das Obergeschoss wurde zurückgesetzt, um den Vorgaben des Staatlichen Bauamts wegen der angrenzenden Staatsstraße Rechnung zu tragen. Ein kleiner Teil des geplanten Gebäudes ragt zwar weiterhin in die betreffende Zone entlang der Staatsstraße hinein, dennoch hat das Staatliche Bauamt den überarbeiteten Planungen bereits zugestimmt.

Außerdem beteiligt sich Sand mit 25.000 Euro an der geplanten Sanierung des Hallenbads in Knetzgau. Das beschloss der Gemeinderat mit einer Gegenstimme. Allein die Sanierung des Hallenbads wird auf rund 3,9 Millionen Euro geschätzt. Der Sander Zuschuss soll frühestens 2027 fließen und ist an die tatsächliche Umsetzung der Arbeiten gebunden. Damit soll insbesondere der Schwimmunterricht für die Sander Schulkinder langfristig gesichert werden, betonte Kümmel.

Text und Foto: Christian Licha



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