Mit Traumwetter und großem Besucherandrang ist das 35. Altmain-Weinfest erfolgreich gestartet. Bereits am Freitagabend herrschte beste Stimmung auf dem Festgelände am Altmain, ehe am Samstag die offizielle Eröffnung folgte. Erneut lockte das Traditionsfest zahlreiche Gäste nach Sand und bewies einmal mehr seine große Anziehungskraft.
Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad zog der Festzug nach dem Empfang auf dem Kirchplatz, begleitet vom Blasorchester Sand, zum Altmain. Unter den Ehrengästen befand sich auch die neue Fränkische Weinkönigin Angelina Seiler. Gemeinsam mit ihr nahmen mehr als 20 Weinhoheiten aus ganz Franken an der Eröffnung teil. Bürgermeister Jörg Kümmel eröffnete gemeinsam mit der Sander Weinprinzessin Anna Rippstein, der Weinprinzessin des Abt-Degen-Weintals Chiara Krüger, Bundesministerin Dorothee Bär, Landrat Michael Ziegler, Landtagsabgeordnetem Steffen Vogel sowie dem Vorsitzenden des Altmain-Weinfest-Organisationskomitees Mario Mirco Mahr und dessen Stellvertreter Markus Rottmann das Weinfest. Zuvor hatten die Mädchen und Buben der beiden Sander Kindergärten St. Nikolaus und St. Martin das traditionelle Weinfestlied gesungen. Während Angelina Seiler bereits früh zu einem weiteren Termin aufbrechen musste, ließ es sich der Großteil der Weinhoheiten nicht nehmen, noch bis tief in die Nacht gemeinsam mit den Besuchern auf dem Altmain-Weinfest zu feiern.
Mit einer gereimten Liebeserklärung an ihre Heimatgemeinde Sand und einer augenzwinkernden Spitze gegen das Zeiler Weinfest stimmten Kümmel und Anna Rippstein die Besucher auf die Grußworte ein. Während Zeil zwar mit seiner historischen Altstadt punkten könne, biete Sand mit Altmain, Bäumen und freiem Himmel die schönere Kulisse zum Feiern.
Auch Dorothee Bär griff das freundschaftliche Duell auf. Sie erzählte, sie habe sogar ChatGPT gefragt, welches Weinfest schöner sei. Die vollständige Antwort trug sie jedoch nicht vor und entschied sich stattdessen für eine diplomatisch gereimte Kurzfassung. Landrat Michael Ziegler bemühte Johann Wolfgang von Goethe und zitierte: „Wein und Frauen sind auf Erden aller Weisen Hochgenuss.“ Steffen Vogel hob den außergewöhnlichen Zusammenhalt der Sander Vereine hervor und beendete seine Rede mit einem augenzwinkernden Trinkspruch: „Auf Sand und Zeil, auf frohen Sinn. Wer nach Zeil will, äh, zum Oktoberfest will, soll dahin. Aber er merkt schon beim ersten Glas: In Sand feiern, das macht doppelt Spaß.“
Mario Mirco Mahr dankte vor allem den rund 1500 ehrenamtlichen Helfern. Sie seien mit Herzblut im Einsatz und machten das Sander Weinfest Jahr für Jahr überhaupt erst möglich.
Bereits am Freitag war das Altmain-Weinfest stimmungsvoll gestartet. Nach dem musikalischen Auftakt mit „Fregger mit Hax'n“ heizte die Münchner Partyband „7 Promille“ um Bandleader Bene Lankes, Sängerin Simone und die vier weiteren Musiker dem Publikum kräftig ein. Mit dem Weihnachtslied „All I want for Christmas“ gegen Mitternacht überraschte die Band das Publikum, das begeistert mitsang und mitfeierte. Am Samstagabend knüpfte die Coverband „Tetrapack“ um Schlagzeuger und Kopf der Band Patrik Goldes nahtlos an ihren gefeierten Auftritt aus dem Jahr 2024 an und verwandelte den Festplatz erneut in eine große Partymeile. Dass die Musiker wieder bestens ankamen, zeigte sich noch während des Auftritts. Der Vorsitzende des Weinfest-Organisationskomitees, Mario Mirco Mahr, verpflichtete „Tetrapack“ noch während des Auftritts erneut für das Altmain-Weinfest 2028.
Unzählige Besucher und ein grandioses Finale mit den „Bayern Rockern“: Auch am Sonntag und Montag zeigte sich das 35. Altmain-Weinfest in Sand von seiner besten Seite. Die Lasershow am Sonntag und das traditionelle Musikfeuerwerk am Montag zählten zu den Highlights der beiden letzten Festtage.
Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Festplatz. Anschließend nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit zum gemeinsamen Mittagessen. Am Nachmittag sorgte „Böhmisches Verlangen“ für beste Unterhaltung, ehe am Abend die Partyband „Leck O'Mio“ für Stimmung sorgte.
Zum Höhepunkt des letzten Festtages wurden die „Bayern Rocker“. Die Musiker aus Oberbayern sorgten in ihren Lederhosen mit jeder Menge Power für ausgelassene Stimmung und rissen das Publikum noch einmal mit. Dass die Band beim Publikum hervorragend ankam, zeigte sich noch während ihres Auftritts. Das Weinfest-Organisationskomitee verpflichtete sie bereits für das Jahr 2028.
Auch Besucher mit längerer Anreise zog das Weinfest an. Matthias Geuter und seine 13-jährige Tochter Ronja kamen erstmals aus Scheßlitz im Landkreis Bamberg nach Sand. Der Zufall wollte es, dass sie ausgerechnet am Weinfestwochenende seine Eltern auf dem Campingplatz besuchten, die dort mit ihrem Wohnwagen einen Dauerstellplatz haben. „Wenn wir schon mal da sind, dann gehen wir natürlich auch auf das Weinfest, von dem ich schon viel Gutes gehört habe“, sagte der Vater.
Mit seinem Minirock fiel Herbert Wolf aus Köln auf dem Festgelände sofort ins Auge. Der 60-Jährige besucht das Altmain-Weinfest bereits im dritten Jahr in Folge an allen vier Festtagen. „Bei uns wird zwar Karneval ganz groß gefeiert, aber zu unseren Weinfesten kommen längst nicht so viele Besucher wie hier in Sand“, erzählte er. Den Tipp für einen Besuch erhielt er einst im Urlaub auf Gran Canaria, wo ihm ein Urlauber aus dem Frankenland begeistert vom Sander Weinfest vorgeschwärmt hatte.
Weit angereist waren auch mehrere ehrenamtliche Helfer des Kroatischen Roten Kreuzes aus Zagreb. Seit vielen Jahren besteht zwischen ihnen und dem BRK Haßberge eine enge Freundschaft mit gegenseitigen Besuchen und Erfahrungsaustausch. Gemeinsam unterstützten sie den Sanitätswachdienst auf dem Weinfest. „Das ist ein sehr großes und schönes Fest“, zeigte sich Vladimira Civrag beeindruckt von dem Event. Beim Übersetzen half Sven Skaberna vom BRK Haßberge, dessen Muttersprache Kroatisch ist.
Das Jubiläums-Weinfest verlief äußerst friedlich. In den täglichen Presseberichten der Polizeiinspektion Haßfurt fand sich während der vier Festtage kein einziger Vorfall im Zusammenhang mit dem Weinfest.
Text und Bilder: Christian Licha