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Betreuung der Kinder hat hohen Stellenwert in der Gemeinde

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

dass Kinder unsere Zukunft sind und uns ihre Betreuung und Bildung besonders am Herzen liegt, ist in der Gemeinde Sand kein Lippenbekenntnis. Bei Betreuungsangeboten wie Ganztagesschule oder Kinderkrippe war Sand im Landkreis immer vorne mit dabei. Im vergangenen Jahr wurde die neue Kinderkrippe in Betrieb genommen, in der Gemeinderatssitzung am 7. Dezember wurde beschlossen, am Kindergarten „St. Martin“ eine weitere Kindergartengruppe anzubauen.

In der gleichen Gemeinderatsitzung stand auch die Zukunft der Ganztagesbetreuung in der Grundschule auf dem Programm. Dass eine Kinderbetreuung weiterhin stattfindet, ist unstrittig. Die Frage ist nur, in welcher Form. 2003/04 war die Verbandsschule Zeil-Sand mit einer Ganztagesklasse an der Mittelschule als erste im Landkreis und als vierte in ganz Unterfranken gestartet. Im Schuljahr 2010/ 11 folgte der Ganztagesunterricht in der Grundschule. Die Ganztagesklassen werden dabei in Sand unterrichtet, die Regelklassen in Zeil.

Erfreute sich der gebundene Ganztag zu Beginn einer steigenden Beliebtheit mit teilweise über 60 Sander Kindern in den vier Klassen, so ging der Besuch seit einigen Jahren von Schülern aus Sand zurück. Die Anmeldezahlen für eine Ganztagesklasse in gebundener Form haben gerade ausgereicht, um für das Schuljahr 2021/ 22 eine Ganztagesklasse bilden zu können (Mindestanzahl 15 Kinder). Es sind aktuell 4 Kinder aus Sand, 8 Kinder aus Zeil und 3 Kinder aus Ziegelanger angemeldet. Im Vorjahr wurde die Mindestzahl für eine Ganztagesklasse nicht erreicht. 2018/ 19 war es nur mit einer Sondergenehmigung möglich, eine Klasse zu bilden.

Die Schulleitung hat auf diese Entwicklung reagiert und als mögliche Betreuungsform die offenen Ganztagesschule ins Gespräch gebracht. Wenn sich an den Betreuungswünschen der Eltern nichts ändert, so will Frau Rauh auf das offene Ganztageskonzept umstellen. In der Mittelschule (5. bis 9. Klasse) ist dies bereits erfolgt.

Im offenen Ganztag schließt sich das zusätzliche Angebot in der Regel direkt an den stundenplanmäßigen Unterricht an. Nach einem gemeinsamen Mittagessen bietet sich den angemeldeten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit der Hausaufgabenbetreuung sowie der Teilnahme an Neigungsangeboten. Der offene Ganztag wird überwiegend von pädagogischem Personal und außerschulischen Fachkräften gestaltet. Die Gemeinde würde hier einen höheren Personalkostenansatz benötigen. Es herrscht Schulpflicht an den gebuchten Tagen. Die Buchungen sind verbindlich für das ganze Schuljahr. Schulbefreiungen können nur von der Schulleitung unter Beachtung strenger Maßstäbe erteilt werden. Die gebuchten Tage sind ab März des jeweiligen Jahres verbindlich zu buchen und können nicht im Laufe des Schuljahres geändert werden.

Der gebundene Ganztag ist geprägt von einem durchgehend strukturierten Aufenthalt an der Schule für 7,5 Stunden von Montag bis Donnerstag, bei dem ein konzeptioneller Zusammenhang zwischen den vormittäglichen und nachmittäglichen Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler besteht. Der Unterricht wird in rhythmisierter Form erteilt, so dass sich Lehr- und Lernzeiten mit Neigungs- und Freizeitangeboten sinnvoll abwechseln. Die Organisation erfolgt im Klassenverband. Hier sind vor allem Lehrkräfte (zusätzlich 12 Lehrerwochenstunden) tätig. Auch im gebundenen Ganztag kommt weiteres außerschulisches Personal zum Einsatz, z. B. für die Betreuung der Hausaufgaben- bzw. Lernzeiten oder zur Gestaltung von Neigungsangeboten.

Die Rektorin der Grundschule Frau Andrea Rauh hat in der Vergangenheit immer für den gebundenen Ganztag geworben und dies auch in Elterngesprächen als hervorragende Konzeption dargestellt. Als Rückmeldung der Eltern war als Hauptgegenargument immer die fehlende Flexibilität bei den Buchungstagen zu hören. Es hatten sich 24 Eltern verbindlich für das Schuljahr 2021/ 22 aus Sand vorangemeldet, tatsächlich sind nur 4 Kinder gekommen. Auf Nachfrage der Schulleitung haben sich noch 2 Kinder aus Zeil angemeldet, so dass überhaupt eine Klasse gebildet werden konnte. Frau Rauh möchte, dass an den Schulorten Sand und Zeil die gleichen Voraussetzungen herrschen, vor allem was die Klassenstärke angeht. In den Regelklassen werden derzeit bis zu 27 Schüler unterrichtet.

Trend zu mehr Flexibilität
Den Trend zu mehr Flexibilität gerade im ländlichen Raum hat Schulrätin Susanne Vodde bestätigt. Sie sei eine Verfechterin der gebundenen Ganztagesschule, weil die Lehrkräfte beim Einüben des Gelernten selbst dabei seien. Die 12 Lehrerstunden pro Klasse in der gebundenen Ganztagesschule würden im offenen Ganztag entfallen. Am Ende aber müsse man sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren: an Kindern, Eltern, Lehrern.

Damit das Schuljahr 2022/ 23 organisiert werden kann, muss im Februar/ März kommenden Jahres die Entscheidung getroffen werden, wohin die Reise geht. Die Tendenz bei der Schulleitung geht zur offenen Ganztagesschule. Es liegt nun an den Eltern, sich über beide Betreuungsformen zu informieren und ihren Willen zu artikulieren. Gemeindeverwaltung und Schule geben gerne Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung.

Ich persönlich halte die gebundene Ganztagesschule für das pädagogisch bessere Konzept. Entscheiden müssen letztendlich aber Eltern und Schulleitung. Egal wie deren Entscheidung ausfällt: Die Verwaltung und ich werden uns dafür einsetzen, dass die Betreuung unter bestmöglichen Bedingungen stattfindet.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Bernhard Ruß
1. Bürgermeister

Anzahl der Schülerinnen und Schüler in den Klassen 1G - 4G