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Wetter in Sand am Main

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

was die Sander schon immer vermutet - nein gewusst haben - bekamen sie vom Haßfurter Tagblatt schwarz auf weiß bestätigt: „In Sand am Main lebt es sich am besten“ lautete die Schlagzeile auf der Lokalseite vom 11.9.21. Eine Überschrift, die runter geht wie Öl.
Wie kommen die Zeitungsmacher zu dieser Aussage? Beim großen Haßberge-Check von „Haßfurter Tagblatt“ und „Bote vom Haßgau“ haben die Sander ihre Lebensqualität auf einer Skala von 1 bis 10 mit 8,3 bewertet und somit die beste Note im Landkreis vergeben. Der Landkreisdurchschnitt liegt bei 6,7.
In dem Artikel wird nicht einfach nur Lob verteilt. So wird von dem Journalisten hinterfragt, wie es sein kann, dass Sand „in den Augen seiner Bevölkerung fast überall vorne dabei ist, seien es Sportangebote, Familienfreundlichkeit oder Kinderbetreuung“. Es wird vermutet, dass die Sander vielleicht nicht so kritisch sind wie anderswo.
Da kennt der Schreiber die Sander aber schlecht! Bei ihrer Bewertung haben die Sander vielmehr Realitätssinn bewiesen. Sand hat zwar eine gewisse Größe, ist aber eine kleine Gemeinde. Im Landesentwicklungsprogramm (LEP) ist sie kein zentraler Ort und somit verschiedenen Beschränkungen unterworfen. Besonders deutlich ist dies bei Supermärkten, deren Obergrenze in der Vergangenheit bei 800 m² lag und jetzt bei 1.200 m² liegt. Dies führte zu der kuriosen Situation, dass 1996 Lebensmittel- und Getränkemarkt am Ortsausgang nach Zeil getrennt gebaut werden mussten und erst nach einem umständlichen Planungsverfahren und Umbauten vor einigen Jahren zusammengelegt werden konnten. Noch heute hinken die zulässigen Flächen-Obergrenzen den wirtschaftlichen Erfordernissen der Betreiber und den Bedürfnissen der Kunden hinterher.

Dass die Sander mit den Sportangeboten zufrieden sind, hängt wohl damit zusammen, dass in der Gemeinde dieser Größenordnung top Anlagen vorhanden sind. Für das Sportheim, das 1968 erbaut worden war, wurde mit dem FC Sand, der einen Rechtstitel auf den Unterhalt aufgrund der Bereitstellung seines alten Sportplatzes und Sportheimes hatte, eine finanzielle Regelung getroffen, die es dem Verein zusammen mit dem SKK ´“Alle Neun“ ermöglichte, ein Heim binnen eines Dreivierteljahres hinzustellen, das mit Vierbahnen-Kegelanlage und modernen Umkleide- und Gasträumen dem aktuellen Standard entspricht. Das Sahnehäubchen darauf ist der 2014 gebaute Kunstrasen-Fußball-Platz - nach wie vor der einzige seiner Art im Landkreis - der hervorragende Trainings- und Spielbedingungen das ganze Jahr über anbietet und es so ermöglicht, einen umfangreichen Trainings- und Spielbetrieb mit über 100 Jugendlichen und drei aktiven Mannschaften bewältigen zu können. Gefördert wurde der Platz über Leader aus Finanzmitteln der EU.
Nicht hintanstehen müssen die Hallensportler. Die 1977 errichtete Turnhalle wurde 2011 mit hohen Zuschüssen (90%) aus dem Investitionspakt II für energetische Maßnahmen saniert und steht sowohl für sportliche als auch kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung. Sowohl der Fußballplatz als auch die „Sport- und Kulturhalle“ wie sie seit der Renovierung heißt, werden von Sportlerinnen und Sportlern auch aus größeren Kommunen genutzt. Darüber hinaus haben der Turnverein, der Tennisclub, die Schützen und auch die Motorsportler eigene Sportstätten geschaffen.
Unterstützt werden auch kulturelle Vereine wie das Blasorchester, das nicht nur geeignete Übungsräume zur Verfügung gestellt bekommt, sondern seit neuestem über die Musikschule Ebern bei der Ausbildung der Musiker durch die Gemeinde gefördert wird.

Letztlich sind es aber die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, die dafür sorgen, dass die Sport- und Freizeitgelegenheiten genutzt werden, dass Leben in einer Gemeinde herrscht. Die Kommune stellt Sportstätten und Räumlichkeiten zur Verfügung, die vielen Ehrenamtlichen sorgen dafür, dass vielfältige Angebote gemacht werden. Denn sie sind es, die am Ende dafür sorgen, dass das Sport- und Freizeitangebot so groß ist.

Bei Ganztagesbetreuung schon frühzeitig ganz vorne
In der Familienfreundlichkeit und der Kinderbetreuung wird die Gemeinde Sand deshalb so gut bewertet, weil sie bei der Ganztagesbetreuung schon immer vorne dran war. Während in konservativen Kreisen Ganztagesschulen und Kinderkrippen verpönt waren, richtete die Verbandsschule Zeil-Sand nach den Oberzentren Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt als vierte Kommunen in ganz Unterfranken Ganztagesklassen ein. Seit über zehn Jahren wird auch eine offene Mittagsbetreuung von der Gemeinde angeboten. Für dieses Schuljahr sind für die Grundschule 48 Kinder zur Betreuung angemeldet. Bei der Ferienbetreuung in den Sommerferien gehörten die Sander ebenfalls zu den ersten, die ein solches Angebot für die Kinder zur Entlastung der Eltern machten.

Bei den Kindergärten wurden 1996 mit einem Neubau „St. Martin“ statt der Erweiterung des bestehenden Kindergartens die Weichen richtiggestellt. Die Entscheidung war damals umkämpft und wurde heftig diskutiert. Nach der Umstellung der Förderung durch das Bayerische Kinder- und Bildungsgesetz (BayKiBiG) hat die Gemeinde die Probleme für kleinere Kindergärten frühzeitig erkannt und über einen Defizitvertrag mit dem Kindergarten-Caritasverein eine Verbesserung beim Betreuungsschlüssel finanziert. Diese Unterstützung kam dem Personal und den Kindern in gleicher Weise zugute.

Man sieht: die Gemeinde hat die Notwendigkeit der Förderung in diesen Bereichen rechtzeitig erkannt. Die Gemeinde nimmt dafür viel Geld in die Hand, um die Struktur für solche Angebote zu schaffen. Dies wird auch von den Bürgerinnen und Bürgern anerkannt und honoriert.
Warum sich die Sander medizinisch/ gesundheitlich so gut versorgt sehen, obwohl ja bekanntlich das Kreiskrankenhaus woanders steht? Nun, drei Arztpraxen, teilweise mit fachärztlichem Personal, ein Zahnarzt, eine Apotheke, mehrere Physio- und Ergotherapeuten sowie psychotherapeutische Behandlung sind für eine Gemeinde unsere Größenordnung eine Ausstattung, die sich wahrlich sehen lassen kann.

Es gibt noch viele weiter gute Gründe, warum es in Sand so schön ist. Dazu zählen die Feste und Feiern. So hat an der diesjährigen Kirchweih das Blasorchester nicht nur Einfallsreichtum bewiesen und mit seinen musikalischen Veranstaltungen auf dem Weinfestplatz eine tolle Alternative zum sonstigen Kirchweihbetrieb geboten. Unter vorbildlicher Beachtung der Hygieneauflagen in der Pandemie hat das BOS an zwei Tagen ein Programm geboten, das musikalisch und organisatorisch die Besucher voll überzeugte.

Sander Feuerwehrleute helfen Hochwasseropfern an der Ahr
Einsatz hat auch wieder unsere Feuerwehr gezeigt. Innerhalb des Kontingenteinsatzes Ölabwehr Bayern, Abteilung Unterfranken, waren die Sander Rothelme in vier Abschnitten zwischen dem 29. Juli und dem 15. August mit insgesamt 16 Mann und einem Fahrzeug an der Ahr zum Aufbau nach der Flutkatastrophe im Einsatz. Der Auftrag bestand darin, Ortschaften und Gebäude auf Zugänglichkeit zu erkunden und Keller und Öltanks leer zu pumpen. Eine Arbeit, wie Kommandant Andreas Winkler berichtet, die körperlich und nervlich sehr belastend war. „Das Ausmaß wird erst voll bewusst, wenn man ganze Ortschaften ohne Wasser, Strom und Abwasser erlebt und die Menschen sieht, wie sie damit klarkommen müssen.“ Viele Menschen seien traumatisiert und würden die Folgen noch nicht in vollem Umfang abschätzen können. Angetan zeigt sich Winkler von der Organisation der technischen Hilfskräfte, die über Bundes- und Landeseinrichtungen bis zu den kommunalen Kräften gut geführt und aufeinander abgestimmt seien. Winkler: „Da greift ein Rädchen ins andere.“ Allerdings würde es noch Jahre dauern bis die Menschen dort wieder so leben könnten wie vorher.

Im Namen aller Sander Bürgerinnen und Bürger möchten ich mich bei unseren Feuerwehrleuten für ihren großartigen Einsatz danken. Die Gemeinde wird bei passender Gelegenheit eine öffentliche Ehrung in gebührender Form vornehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Bernhard Ruß
1. Bürgermeister