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Wetter in Sand am Main

Bericht aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 20. Mai 2021

Finanzspritze für neues Fahrzeug der First Responder

Werden Sitzungen zukünftig auch in digitaler Form möglich sein? Darüber diskutierte der Sander Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag (20.5.21). Die CSU-Fraktion stellte bereits im April einen entsprechenden Antrag, um Kontakte zu reduzieren und dem Gremium die Möglichkeit zu schaffen trotzdem in voller Größe tagen zu können. Die gesetzlichen Grundlagen wurden bereits geschaffen und der Gemeinderat könnte die genauen Voraussetzungen regeln.
Per Bild- und Tonübertragung zugeschaltete Gemeinderatsmitglieder würden in diesem Fall als anwesend gelten. Der Gemeinderat kann die Anzahl der in einer Sitzung zuschaltbaren Gemeinderatsmitglieder in der Geschäftsordnung zahlen- oder quotenmäßig begrenzen. Er kann die Zuschaltmöglichkeit auch von weiteren Voraussetzungen abhängig machen, insbesondere von einer Verhinderung an der Teilnahme im Sitzungssaal. Bei einer digitalen Zuschaltung ist eine Teilnahme an Abstimmungen möglich, jedoch nicht an Wahlen. Weiterhin müssen der Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder sich in der Sitzung gegenseitig optisch und akustisch wahrnehmen können. In öffentlichen Sitzungen müssen per Bild- und Tonübertragung teilnehmende Gemeinderatsmitglieder zudem für die im Sitzungssaal anwesende Öffentlichkeit entsprechend wahrnehmbar sein.

Zweiter Bürgermeister Julian Müller (CSU) erklärte, dass die Möglichkeit der Teilnahme per Video im Kreistag schon bestehe. Grundsätzlich nicht dagegen zeigte sich Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD), der aber sagte, dass man erst die rechtlichen und technischen Fragen abschließend klären solle, bevor ein so weitreichender Beschluss gefasst werde. Eine Umfrage bei Kommunen im Landkreis habe zudem ergeben, dass von der Möglichkeit nur sehr zögerlich Gebrauch gemacht werde. Nach den Wortmeldungen zahlreicher Gemeinderatsmitglieder kam man überein, die genauen rechtlichen und technischen Voraussetzungen durch die Verwaltung abklären zu lassen und den Tagesordnungspunkt in der Oktober-Sitzung erneut aufzurufen.


Die First Responder Gruppe ist ein wichtiger Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Sand. Die First Responder sind bereits seit über 20 Jahren im Einsatz und unterstützen die Rettungskräfte mit ihrer 24-stündigen Dienstbereitschaft. In den beiden Jahren 2018 und 2019 waren die Ersthelfer bei über 200 ernstfallmäßigen Einsätzen aktiv, die Ersthelfer sind alle ehrenamtlich tätig.

Das aktuelle Einsatzfahrzeug der First Responder ist über 12 Jahre alt und muss daher durch ein neues ersetzt werden. Die Unterhaltungs- beziehungsweise Reparaturkosten des bestehenden Fahrzeuges werden immer kostenintensiver, daher wird seit längerem über eine Neuanschaffung nachgedacht. Der Kaufpreis für den geplanten VW Tiguan inklusive der Ausbaukosten zu einem Einsatzfahrzeug beträgt knapp 63.000 Euro. Die Finanzierung wird vom Feuerwehrverein komplett übernommen. Durch die Corona-Pandemie konnten 2020 und 2021 allerdings keine Haussammlungen durchgeführt werden, deshalb sind die Erlöse aus den Spenden nicht so hoch wie erwartet ausgefallen. Daher baten die First Responder Gruppe der Feuerwehr Sand die Gemeinde Sand um einen freiwilligen Zuschuss, wohlwissend, dass es sich hier um keine Pflichtaufgabe handelt. Die Gemeinde Knetzgau, in deren Gemeindegebiet die Hälfte der Einsätze gefahren werden, hat einen Zuschuss von 6.000 Euro zugesagt. Der Sander Gemeinderat bewilligte den doppelten Betrag, nämlich 12.000 Euro.


Zur Änderung der Bebauungspläne "Obere Länge 1", "Obere Länge 2" und "Melm", die zukünftig eine Bebauung mit zwei Vollgeschossen ermöglichen soll, wurden die Abwägung der in den Verfahren eingegangenen Stellungnahmen getroffen und entsprechende Satzungsbeschlüsse gefasst. Die Änderungen der Bebauungspläne werden nun ortsüblich bekannt gemacht.

Zum Gesamtpreis von rund 17.000 Euro werden für den Altmain-Spielplatz ein doppelter Beintrainer, eine Balancierstrecke und eine Doppelliege angeschafft. Im Rahmen des Regionalbudgets wurde bereits in der Februar-Sitzung die Aufrechterhaltung eines entsprechenden Antrages beschlossen. Die Gemeinde beteiligt sich an den nicht förderfähigen Kosten in Höhe von maximal 10.000 Euro.

In der Gemeinderatssitzung im März wurde durch Zweiten Bürgermeister Julian Müller über die mögliche Einführung eines Schnelltestzentrums informiert. Das Gremium stand der Angelegenheit positiv gegenüber und empfahl die Weiterverfolgung und nähere Ausarbeitung zur Einführung des Testzentrums. Die Teststation in Sand hat dann am 18. April ihren Betrieb aufgenommen. Die Resonanz war bisher sehr ansprechend. Inzwischen hat der Landkreis die Kommunen zur Durchführung von Schnelltests beauftragt, so dass ab Mai die Teststationen über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet werden können. Bürgermeister Bernhard Ruß bedankte sich bei der Wasserwacht Sand-Zeil für das Betreiben der Corona-Teststation im Foyer der Turnhalle. Für ihren Aufwand erhält die Wasserwacht eine Entschädigung, die noch zwischen Gemeinde und Wasserwacht vereinbart werden muss.


Rad- und Wandertourismus fördern
Um den Radtourismus in der Region Main-Rhön zu stärken, möchten die interkommunalen Allianzen Fränkischer Grabfeldgau, Schweinfurter Oberland, Hofheimer Land, Main und Haßberge, Baunach-Allianz, und die Lebensregion plus, der die Gemeinde Sand angehört, die vorhandenen Strecken aufeinander abstimmen und mit einander verbinden. Durch die steigende Zahl von E-Bikes können längere Strecken und größere Höhendistanzen überbrückt werden, so dass sich durch die Verbindung vorhandener Radwege „neue“ Strecken für die Radfahrer ergeben. Ziel des Projekts ist es, den Radtourismus im nördlichen Steigerwald noch besser zu vernetzen und eine einheitliche Struktur zu schaffen. Dabei geht es um eine einheitliche Beschilderung, ein gemeinsames Marketing und das Herausarbeiten neuer Strecken, ausgehend von einzelnen Kristallisationsorten. Als einer der Kristallisationsorte ist die Gemeinde Sand vorgesehen. Der Gemeinderat sprach sich für die Projektbeteiligung aus. Angedacht sind auch zwei Service-Stationen in Sand, die mit Werkzeug für eine Fahrradreparatur ausgestattet sind.

Wanderwart Udo Rhein hat die Idee entwickelt, mit einem Wanderweg an die Arbeiter in den Sander Steinbrüchen zu erinnern, die um 1900 zu Fuß von Oberschleichach einen längeren Fußweg auf sich nahmen, um zu ihrem Arbeitsplatz in den Sander Steinbrüchen zu kommen. Bei den Bürgermeistern Thomas Sechser (Oberaurach) und Bernhard Ruß wurde die Idee positiv aufgenommen. Der Weg sollte dabei weniger unter touristischen Aspekten gesehen werden als vielmehr ein Beitrag zur Heimatgeschichte und zur Erinnerung daran, welche Entbehrungen Menschen auf sich nehmen mussten, um den Broterwerb für ihre Familien zu sichern. Als „Steinbrecherweg“ soll die Strecke in den Wegebestand des Naturpark Steigerwald mit aufgenommen werden. Für Projektierung, Integration ins Wanderwegekonzept der 5-Sterne-Gemeinden, Material und Montage von Infotafeln, Markierungszeichen, Erstellen GPX-Daten, Gestaltung der Infotafeln, Druck von 3 Infotafeln und Wegweisern werden rund 4.000 Euro veranschlagt, die zwischen den Gemeinden Oberaurach und Sand aufgeteilt werden.


Einem Antrag des Blasorchesters Sand auf Wiedernutzbarmachung des Festplatzes mit Bühne im Wäldchen an der Pappelallee wurde durch den Gemeinderat entsprochen. Das Blasorchester plant die Durchführung von kleineren Veranstaltungen wie Jungmusiker-Serenaden und Standkonzerte des Hauptorchesters. Konkret handelt es sich um die Fläche zwischen Bühne und uferbegleitendem Weg. Es wird seitens des Blasorchesters angeboten, sich an der Herrichtung der Fläche zu beteiligen. Auch hat sich das Blasorchester mit der Freiwilligen Feuerwehr in Verbindung gesetzt, die anbietet, sich im Rahmen des Kettensägen-Trainings an der Aktion zu beteiligen.

Text und Bild: Christian Licha