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Wetter in Sand am Main

Veranstaltungskalender

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

auch wenn der Regen am Weinfest-Freitag für ein vorzeitiges Ende gesorgt hat und die Ehrengäste am Samstag vor der Eröffnung kurzzeitig in die Schulaula flüchten mussten, so kann das 30. Sander Altmain-Weinfest als rundum gelungen und voller Erfolg bezeichnet werden. Den krönenden Abschluss bildete der Montagabend, bei dem der Festplatz äußerst gut besucht und die Stimmung hervorragend war. Die Organisation des Festes war wieder einmal vorbildlich, so dass die Sicherheitskräfte nur lobende Worte für den Verlauf des Festes fanden.

Eine kleine Missstimmung kam allerdings durch Meldungen in den Sozialen Medien und einen groß aufgezogenen Pressebericht im Haßfurter Tagblatt über den Einsatz des Roten Kreuzes am Sonntag auf. Dabei erschien das Weinfest in keinem guten Licht. Orga-Präsident Roland Mahr hat sich deswegen auch gleich mit dem Geschäftsführer des BRK Haßberge, Herrn Dieter Greger in Verbindung gesetzt. Herr Greger erklärte, dass es bestimmt keine Absicht gewesen sei, das Weinfest, geschweige denn die ehrenamtliche Arbeit und die der Gemeinde schlecht zu reden. Er werde die Angelegenheit intern besprechen. Für ihn sei Sand eines der größten und gelungensten Weinfeste, das großen Respekt verdiene. Damit ist für Roland Mahr der Fall vorerst erledigt.

Orga-Komitee und Gemeinde wissen sehr wohl, dass sie bei der Abhaltung einer solchen Großveranstaltung wie dem Weinfest auf die Unterstützung der externen Sicherheits- und Rettungskräfte angewiesen sind. Dafür sind wir auch sehr dankbar und zeigen uns finanziell erkenntlich.

Winzer müssen sich Klima anpassen
Selbst wenn der Regen beim Weinfest kurz gestört hat, unnütz war er auf keinen Fall. Die Natur kann jeden Tropfen Wasser brauchen. „Winzer müssen sich dem Klimawandel anpassen“ oder „Reben auf der Flucht“ lauten derzeit die Schlagzeilen, wenn es um den Weinbau geht. Warme Temperaturen sind eigentlich gut für die Reben. Doch Weinbauern in Deutschland müssen plötzlich bewässern und mit neuen Sorten experimentieren. Auch die Winzer in unserer Gemeinde bleiben von dieser Entwicklung nicht unberührt.


Besonders die Folgen des heißen und trockenen Sommers 2018 bekamen die Winzer zu spüren. Sie mussten bewässern wie noch nie. Zu spüren bekam dies allerdings auch ein Teil der Einwohner von Sand, die nichts mit Weinbau am Hut hat. Weil der Gemeinschaftsbrunnen am Gemeindebauhof in der Seestraße liegt und die Weinberge sich auf der Südseite des Hermannsbergs befinden, musste das Wasser durch einige Ortsstraßen gefahren werden. Nicht alle sind für solche Fahrzeuge ausgelegt. Besonders in der Maingasse spitzte sich die Situation Anfang August zu. Aber auch am Sportfeld mit Sport- und Kindergartenbetrieb und einseitigem Gehsteig wurde es mehr als eng.

Im Gespräch mit den Winzern und Anwohnern haben wir eine Regelung gefunden, die Situation zu entspannen. Damit kam man zumindest über die restlichen Sommerwochen. Dass auf Dauer eine andere Lösung gefunden werden muss, ist aber allen Beteiligten klar geworden.

Die Verwaltung hat die Aufzeichnungen aus dem Brunnenbuch für das Jahr 2018 ausgewertet und ist dabei auf rund 1300 Bewässerungs-Fahrten gekommen, wobei über 500 Fahrten in der Zeit vom 17. Juli bis 4. August erfolgt sind. Die Spitzenwerte lagen bei 43 und 45 Fahrten an einem Tag. Problematisch war auch die Größe der Wassergefäße und der dafür benötigten Zugmaschinen. Rund 250 Fahrten wurden mit einer Fassgröße von 6 m³ durchgeführt. Für diese Tonnagen und die dafür erforderlichen Zugmaschinen sind unserer Ortsstraßen nicht ausgebaut - und unsere Flurwege auch nicht.

Auf der Grundlage der Vorarbeiten durch die Gemeindeverwaltung, Gespräche mit den Straßenverkehrsbehörden, dem Wasserzweckverband und verschiedenen Nutzern des Gemeindebrunnens fand am 15.5.19 ein sehr sachliches und konstruktives Gespräch mit den Winzern und Landwirten statt.

Als wesentliche Erkenntnis wurde dabei festgehalten:
1. Es ist davon auszugehen, dass künftig Weinbau in unserer Region ohne Bewässerung nicht möglich sein wird. Die Niederschläge bei uns im Maintal liegen unter den Durchschnittsmengen von 590 mm in Deutschland.
2. Wassertransport-Fahrten durch die Ortschaft in die Weinberge sollen künftig entfallen.
3. Ziel soll es sein, die Bewässerung über eine Wasserleitung zu ermöglichen. Dabei werden zwei Varianten ins Auge gefasst:
a) Verwendung des Grundwassers aus dem Brunnen im Gemeindebauhof.
b) Verwendung des Trinkwassers aus der Hauptleitung des Wasserzweckverbands.
4. Planungs-, Investitions- und Unterhaltungskosten gehen zu Lasten der Winzer. Die Gemeinde Sand wird sich an den Kosten nicht beteiligen; sie wird ihre Grundstücke - soweit benötigt - zur Verfügung stellen und Hilfestellung bei den Behörden leisten.

Der Wasserzweckverband der Knetzgau-Sand-Wonfurt Gruppe fördert derzeit jährlich 1,5 Mio. Kubikmeter Wasser. Der Wasserbedarf der Winzer liegt bei 5.000 Kubikmeter jährlich. Der Förderbescheid für den Gemeindebrunnen im Bauhof wurde auf 10.000 Kubikmeter jährlich festgesetzt und wurde bis zum 31.12.2027 verlängert.

Wegen einer mittel- und langfristigen Möglichkeit der Bewässerung habe ich mich mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) in Bad Kissingen in Verbindung gesetzt. Der Freistaat Bayern geht ebenfalls davon aus, dass landwirtschaftliche Produktion in bestimmten Gegenden ohne Bewässerung nicht möglich sein wird, deshalb hat er entsprechende Förderprogramme aufgelegt. Die Verwendung von Grundwasser folgt nach einem strukturierten Konzept. Danach soll für die Bewässerung zunächst Oberflächenwasser, dann Wasser aus Oberflächengewässern (z.B. Baggersee, Main) und erst in einem letzten Schritt Grundwasser (z.B. Tiefbrunnen) genutzt werden.

Es geht nur mit Rücksichtnahme
Die Bewässerung der Weinberge war unter dem Tagesordnungspunkt: „Problematik der Fahrten durch den Ortskern und Suche nach Lösungsmöglichkeiten zur Vermeidung dieser Fahrten“ Gegenstand der Gemeinderatssitzung vom 3.7.19. Dabei wurde folgende Zwischenbilanz gezogen:
1. Die Wassertransport-Fahrten durch die Maingasse, die Straßen Am Sportfeld, am Campingplatz vorbei und den Wörth entfallen.
2. Die Fahrten sollen auf ein Mindestmaß reduziert werden, weil durch die Größe und Schwere der Fahrzeuge die Flurwege stark in Mitleidenschaft gezogen werden.
3. Abhilfe auf Dauer kann nur durch die Einrichtung von Wasserleitungen und Beregnungsanlagen durch die Winzer und Landwirte mit Hilfe staatlicher Unterstützung erfolgen. Um einen Antrag auf staatliche Zuschüsse stellen zu können, ist eine Machbarkeitsstudie erforderlich. Jeweils ein Winzer aus Sand und Ziegelanger kümmern sich darum. Eine finanzielle Beteiligung durch die Gemeinde Sand erfolgt nicht und wird auch nicht von den Winzern erwartet.

Da es keine technische Lösung gibt, die von heute auf morgen greift, kann das Problem nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme abgefedert werden. Das gilt nicht nur für die Wahl der Wegstrecke, sondern auch die Uhrzeiten, in denen die Fahrten durchgeführt werden und die Geschwindigkeiten, die dabei gefahren werden. Der Appell geht an alle Winzer, unabhängig woher sie ihr Wasser beziehen.


Lösung beim Klärschlamm in Sicht
Die Thematik der Klärschlammentsorgung ist nicht neu: „Biogas-Wärme soll Klärschlamm trocknen. Abfallwirtschaftsbetrieb arbeitet an Konzept für Klärschlammentsorgung. Dezentral soll der Klärschlamm von unnötigem und teurem Ballast - dem Wasseranteil - befreit und dann verbrannt werden. Zurzeit laufen beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises die Voruntersuchungen, wie und ob das Vorhaben überhaupt durchgeführt werden kann.“ So beginnt ein Artikel auf der Internetseite der Main-Post vom 25.5.2008, also vor elf Jahren. Manche Entwicklungsprozesse brauchen halt ihre Zeit.

Gemeinsames Ziel der Kommunen im Landkreis damals war es, Verantwortung für den Schlamm, der in den Kläranlagen im Landkreis erzeugt wird, zu übernehmen. Was vor Ort entstanden ist, sollte auch vor Ort entsorgt und nicht per Müll-Tourismus in andere Landesteile verfrachtet werden.

Bisher wurde der Klärschlamm aus unserer Anlage von Landwirten auf die Felder ausgebracht. Das Ende dieser Lösungsmöglichkeit ist absehbar. Zum einen wurde die Düngeverordnung schrittweise verschärft, zum anderen sind die Kunden immer weniger bereit, Produkte, die auf mit Klärschlamm gedüngten Feldern erzeugt werden, zu konsumieren. Bio-Produkte dürfen grundsätzlich nicht auf solchen Feldern angebaut werden.

Nach elf langen Jahren nun zeichnet sich eine Lösung ab, die den damals formulierten Anforderungen gerecht wird. Auf der Biogasanlage in Hofheim soll die Abwärme genutzt und eine Anlage erstellt werden, die den Klärschlamm soweit trocknet, dass er im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) verbrannt werden kann. Die Biogasanlage wird von Unternehmern und Landwirten aus der Region betrieben. Am GKS ist der Landkreis Haßberge als Gesellschafter beteiligt. Verantwortung und Wertschöpfung beim Klärschlamm verbleiben somit im Landkreis.

Eine Trocknung ist deshalb erforderlich, weil der Schlamm, wie er nach dem Reinigungsprozess aus der Kläranlage kommt, zu 5 Prozent aus Feststoffen und 95 Prozent aus Wasser besteht. Für die Verbrennung muss der Schlamm einen Trockengehalt (TS) von 90 Prozent haben. Dieser Wert kann auf unserer kleinen Gemeinschaftskläranlage in Zeil wirtschaftlich nicht erreicht werden. Erreicht werden kann in Zeil jedoch eine Entwässerung auf 25 Prozent Trockensubstanz, so dass nicht nur Wasser durch die Gegend gefahren wird.

Betrieben werden soll die Trocknungsanlage in Hofheim durch eine GmbH. Diese GmbH besteht aus einem Zweckverband der beteiligten Kommunen und einem renommierten Entsorger (SüdWasser); die Mehrheitsanteile liegen dabei beim Zweckverband. Die Investitionen in Hofheim sollen von SüdWasser getätigt werden, die Kommunen bezahlen über die angelieferten Tonnagen. Angestrebt ist eine Vertragslaufzeit von zehn bis 15 Jahren und nicht von 25 Jahren wie irrtümlicherweise aus anderen Kommunen berichtet wurde.

Die Mehrkosten für dieses Verfahren der Klärschlammentsorgung belaufen sich für den Anteil der Gemeinde Sand nach derzeitiger Kostenschätzung auf 53.000 Euro, bezogen auf eine Abwassermenge von 180.000 m³. Umweltschutz und Verantwortung für die Entsorgung gibt es nun einmal nicht zum Nulltarif.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 3.7.19 beschlossen, an der „Vorbereitung zur Gründung eines Zweckverbands der beteiligten Kommunen und anschließend einer GmbH dieses Zweckverbands mit der Südwasser AG, mitzuwirken. Der Zweckverband soll dabei die Mehrheit der Anteile (51 Prozent) erhalten. Die endgültige Gründung des Zweckverbandes und der GmbH erfolgt nach Vorlage der Vertragsunterlagen und Beschluss durch den Gemeinderat.“

Die Entscheidung soll noch bis September fallen, weil die Betreiber der Biogasanlage und des GKS planen müssen. Sollten sich die Kommunen aus dem Landkreis nicht beteiligen, würden die Kapazitäten wohl von Gemeinden aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld genutzt.

Es ist nicht gerade leichte Kost, die derzeit auf der Tagesordnung steht. Dazu kommt noch die Erarbeitung eines Konzepts für ein Hallenbad im Maintal sowie die Vorarbeiten für die Errichtung eines „Gesundheitsparks Wohnen, Betreuen, Pflege und medizinisch-therapeutische Infrastruktur in Zeil a. Main“ von dem die Gemeinde Sand sehr stark profitieren könnte.


Schöne Ferien
Die Urlaubszeit steht vor der Tür. Da ich jedoch schon Anfang Juni verreist war, bleibe ich in den nächsten Wochen im Lande und arbeite die anstehenden Themen ab. Denjenigen, die ihre Ferien und ihren Urlaub noch vor sich haben, wünsche ich eine schöne Zeit, viel Spaß, gute Erholung und eine entspannte Rückkehr.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Ruß
1. Bürgermeister