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Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

trotz des mit 3,4 Mio. Euro größten Investitionsvolumens seit 2005 kommt die Gemeinde auch in diesem Jahr ohne Neuverschuldung aus und kann den Schuldenstand sogar noch etwas senken. Der beläuft sich auf 987.500 Euro zum Jahresende und unterschreitet erstmals seit 2011 wieder die 1-Millionen-Grenze. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt nunmehr 314 Euro und liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 601 Euro für Gemeinden vergleichbarer Größen. Neben den hohen Rücklagen, auf die die Gemeinde zurückgreifen kann, sind es vor allem die hohe Beteiligung an der Lohn- und Einkommensteuer sowie die Schlüsselzuweisungen, die zu diesem Ergebnis beitragen. Beide Haushaltspositionen haben ihren bisher höchsten Stand für die Gemeinde erreicht.

Dies ist ein höchst erfreuliches Fazit des Haushalts 2019, der vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde. Viele Ausgaben beruhen auf Entscheidungen aus den Vorjahren, die deshalb nicht so überraschend kamen. Erwartet war aufgrund der Systematik der Umlagen und Schlüsselzuweisungen auch eine Verbesserung bei den Einnahmen. Dass diese so deutlich ausfiel, war eine angenehme Überraschung.

Das gesamte Haushaltsvolumen beträgt 11,2 Mio. Euro. Gegenüber dem Rechnungsergebnis des Vorjahres ist das Haushaltsvolumen nach den Ansätzen im Verwaltungshaushalt um 3,28 Prozent und im Vermögenshaushalt um 16,34 % gestiegen. Der Gesamthaushalt steigt somit um 9,18 %.

Die wichtigsten Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind die Einkommensteuerbeteiligung mit 1.733.040 Euro die Schlüsselzuweisungen des Staates mit 1.009.300 Euro, die Gewerbesteuer mit 600.000 Euro und die Grundsteuer B mit 241.000 Euro. Bei der Einkommensteuerbeteiligung profitiert die Gemeinde Sand ganz deutlich von der Situation am Arbeitsmarkt und der allgemeinen Entwicklung bei den Löhnen und Gehältern.

Auf der Ausgabenseite sind die Kreisumlage mit 1.201.592 Euro und die Personalausgaben mit 1.386.018 Euro die größten Posten. Mit diesen beiden Positionen sind schon 45 % des Etats im Verwaltungshaushalt verplant.


Leck in der Wasserleitung
Bei der Überprüfung der Lieferung des Wasserzweckverbandes der Knetzgau-Sand-Wonfurt-Gruppe wurden deutliche Differenzen zum Wasserverbrauch in Sand festgestellt. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Verluste durch Wasserrohrbrüche, die äußerlich nicht erkannt werden können, verursacht werden.

Die Gemeinde hat deshalb eine Firma beauftragt, Untersuchungen vorzunehmen. Dabei ist am 15. Mai ein Schaden aufgetreten, der zahlreiche Straßenzüge im südlichen Gemeindebereich betroffen hat. Bei einem Schieber ist das Gehäuse - nicht die Drehvorrichtung - geplatzt. Da kein Original-Ersatzteil zur Verfügung stand, musste ein neues Teil besorgt und angepasst werden. Die Mitarbeiter des Bauhofes waren fest im Einsatz, bei der Information der betroffenen Anlieger wurden die Gemeindebediensteten von der Freiwilligen Feuerwehr tatkräftig unterstützt. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.

Bei den betroffenen Bürgern möchte ich um Verständnis bitten. Wir haben versucht die Zeiten der Wasserabsperrung so kurz wie möglich zu halten. Ein Verteilerkreuz mit vier Schiebern, die an die Leitung angepasst werden müssen, kann halt nicht im Steckverfahren eingebaut werden.

In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass in den nächsten Jahren vermehrt in die Überwachung und den Unterhalt der Infrastruktur investiert werden muss. Wasserleitungen, Kanäle und auch Ortsstraßen haben ein gewisses Alter erreicht. Da es wenig Sinn macht, die Oberfläche zu erneuern ohne den Untergrund näher zu untersuchen, werden in den nächsten Jahren unter erheblichem finanziellen Aufwand (rund 133.000 Euro pro Jahr, insgesamt ca. 1,1 Mio. Euro), die Leitungsnetze untersucht und Sanierungskonzepte entwickelt. Für die Reparaturen wurden noch keine Ansätze gebildet, weil sie erst in einigen Jahren anstehen. Sie dürfen jedoch nicht außer Acht gelassen werden.


Bund und Land müssen sich bei Grundsteuer einigen
Die Hebesätze für Grundsteuer und Gewerbesteuer bleiben unverändert. Bei der Grundsteuer steht allerdings eine neue Bewertung der Grundstücke aufgrund eines BGH-Urteils noch aus. Bis zum Jahresende gelten die bisherigen Regelungen. Sollten sich Bund und Land nicht auf eine einheitliche Linie einigen, so könnten die Kommunen ab dem kommenden Jahr keine Grundsteuer erheben. Geld auf das sie aber nicht verzichten können: Die Gemeinde Sand nicht auf rund eine viertel Million Euro, die gesamten Kommunen in Deutschland auf rund 15 Mrd. Euro. Hier tut eine Einigung dringend not.

Für Investitionen sind im Jahr 2019 insgesamt 3.392.000 Euro geplant. Dies ist damit das zweitgrößte Investitionsvolumen nach dem Jahr 2005 (5.160.000 Euro). Das größte Projekt ist die Erweiterung des Kindergarten „St. Nikolaus“ mit insgesamt 1.445.500 Euro. Die Arbeiten waren, sobald die Witterung es zugelassen hatte, begonnen worden. Von der Ausführung der Arbeiten her liegen wir dem Zeitplan eine Woche voraus. Ich hoffe, dass es so bleibt, denn die Krippe wird dringend gebraucht und eine Fertigstellung in diesem Jahr ist deshalb mehr als geboten.

Mit der Errichtung einer weiteren Kinderkrippe kommt die Gemeinde nicht nur ihrer Pflicht-aufgabe nach, sondern leistet mit dem Angebot weiterer Kinderbetreuungsplätze einen wichtigen Beitrag für die Bewältigung der Lebenssituation junger Familien. Sie erhöht damit gleichzeitig die Attraktivität der Gemeinde als Wohnort für junge Familien. Dies wirkt sich auf die derzeitige und künftige Altersstruktur des Ortes positiv aus.


Ungenutzte Grundstücke belasten Allgemeinheit
In die Zukunft gerichtet ist auch der Beitrag zur Innenentwicklung des Ortes. Mit professioneller Unterstützung eines auf die Ortsplanung spezialisierten Planungsbüros und staatlicher finanzieller Hilfe werden nicht nur die brach liegenden Ressourcen, sondern Konzepte für deren In-Wert-Setzung ermittelt. Eine Gemeinde wie Sand mit einer kleinen Gemarkungsfläche und begrenzten finanziellen Mitteln kann es sich auf Dauer nicht leisten, Flächen und Infrastruktureinrichtungen für Wasser, Abwasser, Straßen, Strom, usw. ungenutzt liegen zu lassen.

Interkommunale Zusammenarbeit wird immer wichtiger. Das haben wir in Sand erkannt und davon profitiert eine kleine Gemeinde wie die unsere. Das derzeit heftig diskutierte neue Hallenbad, das als Ersatz für das marode Zeiler Bad entstehen soll, wird als Allianzbad den beteiligten Kommunen große finanzielle Opfer abverlangen. Die Gemeinde Sand müsste sich dabei bei den Investitionskosten mit einem mittleren sechsstelligen Betrag beteiligen. Dazu kämen noch die jährlichen Unterhaltungskosten, die über einen Zweckverband getragen werden müssten. Realisierbar ist ein solches Bad allerdings nur, wenn die Gesamtsituation aller Bäder im Landkreis betrachtet wird und bei einer Lösung für das Maintal alle im Maintal und dessen Einzugsbereich liegende Kommunen einbezogen werden. Auch der Freistaat Bayern muss seine Zuschussquote erhöhen, wenn es ihm mit der Förderung des ländlichen Raumes ernst ist.


Die fetten Jahre sind vorbei
Die Gemeinde investiert heuer 3,4 Mio. Euro ohne zusätzliche Aufnahme von Darlehen. Dies ist das Ergebnis einer vorausschauenden Finanzpolitik. Dabei hatten die Verantwortlichen nicht nur die laufenden Projekte im Auge, sondern immer auch die künftigen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und bereiten uns auf die Zukunft vor. Zuletzt waren wirtschaftlich gute Zeiten. Es brechen auch wieder andere an. Die fetten Jahre sind vorbei. Darauf müssen wir uns einstellen.

Bei allem was geleistet wurde, stehen uns noch viele Anforderungen bevor. Wir dürfen des-halb den Pfad der Tugend nicht verlassen, was bedeutet: Wir können uns am Wünschenswerten orientieren, sollten uns in letzter Konsequenz aber für das Machbare entscheiden.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Ruß
1. Bürgermeister