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Wetter in Sand am Main

Veranstaltungskalender

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

in seiner Sitzung am 19. April 2018 hat sich der Gemeinderat sehr intensiv mit der Fortschreibung der Bauleitplanung auseinander gesetzt. Dabei wurde angesprochen, dass sowohl die Innen- als auch die Außenentwicklung berücksichtigt werden muss. Da auf der einen Seite die Nachfrage nach Bauland ungebrochen ist, auf der anderen Seite Bauplätze gehortet werden, muss entschieden werden, wie die weitere Entwicklung gesteuert werden kann.

Um die Gemeinde bei dieser Fragestellung zu unterstützen und zu beraten, wurde das Planungsbüro Wegner aus Veitshöchheim beauftragt, gemäß dem Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ ein Konzept für die Aktivierung der bestehenden Potenzialflächen in Form von Baulücken, ungenutzten Grundstücken und Leerständen zu erarbeiten.

Bei der Erhebung der Innenentwicklungspotenziale hat die Gemeinde die Aufnahme in das Sonderprogramm der bayerischen Staatsregierung geschafft und erhält die Höchstförderung für Gemeinden bis 5.000 Einwohner von 15.000 Euro.

Die Entwicklung der Gemeinde geht alle an. Deshalb sollen die Bürger frühzeitig in die Diskussions- und Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden. Dazu lade ich alle Sander Bürgerinnen und Bürger ein, sich am
Dienstag, dem 21. Mai 2019, um 19:00 Uhr
im Saal des Hotels Weingut Goger
bei einer vom Planungsbüro Wegner geleiteten Auftaktveranstaltung einen Einblick in die weitere Vorgehensweise und den möglichen Umgang mit ungenutzten Grundstücken zu verschaffen.

Je mehr Besucher kommen und je intensiver diskutiert wird, desto besser wird das Ergebnis.


Heizstrahler gegen kalte Füße
Die Entscheidung war denkbar knapp: Mit 7:6 Stimmen (vier Gemeinderäte fehlten) hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 9. April beschlossen, dass die Aussegnungshalle künftig mit Infrarotstrahlern beheizt wird.

Anlass für den Beschluss war ein Antrag des CSU-Ortsverbands Sand wegen Beschwerden einiger ihrer Mitglieder, „dass es bei Beerdigungen in den Wintermonaten in der Aussegnungshalle unseres Friedhofes sehr kalt ist. Auch die Rosenkranz-Vorbeterinnen bemängelten dies, da sie manchmal eineinhalb bis zwei Stunden in der Aussegnungshalle sitzen. Es wurde gebeten, dass seitens der Gemeinde hier unbedingt etwas unternommen werden müsste.“ Die CSU hat den Antrag gestellt, dieses Problem (z.B. in Form von Heizstrahlern o.ä.) in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen zu behandeln.

Der Antrag wurde in den Gemeinderatssitzungen am 27.11.18 und 13.12.18 beraten. Am 27.11.18 wurden die Möglichkeiten der Beheizung mit Fußmatten als auch Infrarot-Heizung angesprochen. Dazu sollten nähere Untersuchungen angestellt werden. Diese sind dann auch erfolgt.

In der Gemeinderatssitzung am 13.12.18 wurden zwei Beschlüsse gefasst:
1. Der Gemeinderat beschließt die Anschaffung eines Isolierteppichs für die ersten zwei bis drei Reihen. Abstimmung: 9:2.
2. Der Antrag der CSU Fraktion auf Beheizung mit Deckenstrahlern wird durch die Verwaltung neu geprüft und die Möglichkeiten dem Gemeinderat vorgestellt. Abstimmung: 6:5.

Um die Strahler an den Befestigungspunkten mit Strom zu versorgen, ist es aufgrund der Leistung der Strahler von je 2,5 Kilowatt notwendig, jede Einheit separat über ein Stromkabel anzubinden, so dass an der Wand ein Kabelkanal zur Aufnahme der drei Kabel je Seite notwendig wird. Die Kabelkanäle können nur „auf Putz“ installiert werden. Die Leistungsfähigkeit des bestehenden Hausanschlusses ist für den Betrieb der Strahler nicht ausreichend, deshalb muss eine Leistungserhöhung auf 43 kW (3 x 63 A) durchgeführt werden. Hierfür sind auch Tiefbauarbeiten im Straßenbereich notwendig. Die Gesamtkosten für Material und Stromanschluss belaufen sich auf geschätzte 6.300 Euro. Darin nicht enthalten sind Arbeitsstunden des Bauhofes für Durchbrüche sowie Malerarbeiten nach Ende der Maßnahme.

In der Sitzung am 9.4.19 ergab sich schließlich eine knappe Mehrheit für die Heizstrahler. Die Verwaltung wird diesen Beschluss bis zum nächsten Winter umsetzen.


Viel Aufwand für geringen Ertrag
Ich bin selbst bei vielen Beerdigungen dabei und halte die beschlossene Lösung für überzogen. In dieser Meinung wurde ich von vielen älteren Friedhofsbesuchern bestärkt.

Die Eingangstüre der Aussegnungshalle steht immer offen. Die Kaltluft zieht deshalb von unten an die Beine. Eine Heizung von oben bringt da wenig Abhilfe. Da hilft auch nicht der Verweis auf die Aussegnungshalle in Haßfurt. Dort hat man einen Eingangskorridor, in dem die Kaltluft zurückgehalten wird. Zudem kommt die Wärmeeinstrahlung direkt von oben, weil die Heizung beim Bau der Halle gleich mitberücksichtigt wurde.

In den Wintermonaten haben wir in Sand rund zehn Beisetzungen. Ob der finanzielle und energetische Nutzen, der künftig betrieben wird, dabei in einem vernünftigen Verhältnis steht, mag jeder für sich selbst entscheiden.

In einer Zeit, in der die Schüler auf die Straße gehen, um gegen die Erderwärmung zu protestieren, bauen wir eine mit Strom betriebene Heizung mit einem geringen Wirkungsgrad ein und heizen, überspitzt formuliert, den Weltraum auf. Wir bauen eine Heizung ein, die Kapital und Energie verbraucht. Eine Verbesserung der jetzigen Situation wäre auch mit einfacheren Mitteln möglich gewesen. Eine einfache Wolldecke, wie z.B. bei Konzerten, hätte es meiner Meinung nach auch getan.


Gemeinde streckt Geld vor
Zum 1. April 2019 sollten die Eltern von Kindergarten-Kindern bei den Kindergartenbeiträgen um 100 Euro entlastet werden. Das hatte zumindest die bayerische Regierungskoalition von CSU und Freien Wählern groß angekündigt. Dass weder das Kalenderjahr (1. Januar) noch das Kindergartenjahr (1. September), sondern der 1. April als Stichtag gewählt wurde, legt den Verdacht nahe, dass bei der Festlegung des Datums die Europawahl am 26. Mai in den Hinterköpfen der Verantwortlichen steckte. Geldgeschenke machen sich vor Wahlen immer gut. Dumm nur, dass es der Bayerischen Staatsregierung nicht rechtzeitig gelungen ist, die gesetzlichen Voraussetzungen für die Auszahlung zu schaffen, wie das Bayerische Staatsministerium mit Schreiben vom 19.3.19 selbst mitteilte und es „deshalb wünschenswert wäre, wenn möglichst viele Träger und Gemeinden für die betreffenden Kinder die Elternbeiträge um den Zuschussbetrag von 100 Euro pro Monat senken.“

Die Förderung für die Eltern unserer Kindergärten „St. Nikolaus“ und „St. Martin“ beträgt rund 7.000 Euro pro Monat. Diesen Betrag kann der Caritasverein „St. Nikolaus“ nicht stemmen. In der Vorstandssitzung am 28.3.19 hat die Vorstandschaft des Vereins deshalb die Gemeinde gebeten, die Vorausleistung an die Eltern zu übernehmen. Sie befürchtete sonst, dass sie unangenehme Diskussionen mit den Eltern führen müsste, wenn der versprochene staatliche Zuschuss nicht gewährt würde. Die Erwartungshaltung bei den Eltern sei groß.

Aus parteipolitischen Gründen hätte ich mich gegen den Antrag aussprechen müssen. Schließlich sind die Spitzenkandidaten der CSU und Freien Wähler, Markus Söder und Hubert Aiwanger, mit den kostenfreien Kindergartenplätzen im Landtagswahl-Wahlkampf 2018 groß hausieren gegangen. Als Vorstandmitglied im Kindergartenverein habe ich die anderen ehrenamtlichen Vorstandmitglieder und die Eltern jedoch nicht im Regen stehen lassen wollen und deshalb die Bereitschaft der Gemeinde erklärt, in Vorleistung zu gehen. Es ist wie im richtigen Leben auch: Am Ende bleibt es an den Kleinen hängen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Bernhard Ruß
1. Bürgermeister