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Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

in der gut besuchten Bürgerversammlung am 20. November stand zunächst die Frage im Mittelpunkt wie sich die Gemeinde seit der Finanzkrise und der Prognosen der demografischen Entwicklung vor zehn Jahren entwickelt hat. „Bevölkerungsverlust in Landkreis Haßberge“ und „Attraktivität gegen schrumpfende Orte“ hießen damals die Themen. Dazu kamen noch die Aufgabenfelder: Kinderkrippe, Schulkonzepte und Breitbandausbau.

Mit der Neugestaltung der Ortsmitte und der Steigerwaldstraße, der Verbesserung des Kanalnetzes, neuen Betreuungsangebote für Kinder (Ganztagesschule und Kinderkrippe), Einrichtungen für Freizeit und soziales Leben (Sanierung der Sport- und Kulturhalle und Bau eines Kunstrasenspielfeldes), der Erschließung von Bauplätzen für junge Familien („Untere Länge“ und „Zehentwörth II“), den Breitbandausbau, um nur einige zu nennen, wurde die Attraktivität der Gemeinde deutlich erhöht.

In Bevölkerungszahlen bedeutet dies, dass die Gemeinde 2004 mit 3203 den höchsten Einwohnerstand in ihrer Geschichte erreicht hatte. Danach ging es leicht bergab bis zu einem Zwischentief 2012 mit 3075 Einwohnern. Seitdem geht es wieder leicht bergauf. Derzeit wohnen 3150 Menschen in Sand.

Die Zahl der Geburten lag in den letzten 15 Jahren zwischen 20 und 30 pro Jahr. Im vergangenen Jahr waren es 44. Dieses Jahr haben wir bis Ende November 25 Neubürger zu verzeichnen. Diese Schwankungen erschweren die Planungen für die Kindergartenplätze. Ein Anstieg wie im Vorjahr muss zwangsläufig zu Engpässen bei den Kindergartenplätzen führen.


Bildungs- und Betreuungsangebote gefragt
Verschärft wird die Situation dadurch, dass immer mehr Eltern ihre Kinder in die Kinderkrippe schicken. War dies vor zehn Jahren noch die Ausnahme, ja teilweise verpönt, so besuchen heute bereits 80 Prozent der Zweijährigen den Kindergarten. (Ohne Krippe gingen die Kinder erst mit drei Jahren in den Kindergarten.) Da diese Kinder einen erhöhten Raumbedarf haben (12 statt 25 Kinder in einer Gruppe) werden mehr Räume benötigt. Außerdem wird mehr Personal gebraucht, da diese Kinder unselbständiger sind als Dreijährige oder Ältere. Um der geänderten Situation gerecht zu werden, werden neue Krippenplätze geschaffen. Die Ausschreibung läuft derzeit. Mit dem Bau soll im kommenden Frühjahr begonnen werden.

Gegen ursprüngliche Bedenken gut angenommen werden die offenen und gebundenen Ganztagesangebote in der Schule. Mit diesem Angebot ist nicht nur die Nutzung unserer Schule für die Zukunft gesichert. Die Eltern haben für ihre Kinder eine gute Betreuung: Entweder in der gebundenen Ganztagesschule oder der offenen Mittagsbetreuung, die von der Gemeinde organisiert wird. Weil der Staat eine Beschulung allerdings nur von Montag bis Donnerstag durchführt, bietet die Gemeinde am Freitag eine Betreuung auch für diese Kinder an. Eine große Herausforderung, denn dann kommen über 30 Kinder in die Einrichtung!

Sieben Frauen sind es, die sich neben den Lehrern um die Betreuung der Kinder in der Mittagspause und am Nachmittag kümmern. Ganztagesschule ist mehr als nur ein warmes Mittagessen und ein Dach über dem Kopf. Das hat die Gemeinde Sand schon frühzeitig erkannt. Ihr Angebot wird von jungen Familien sehr geschätzt.

Bei der Mittelschule, der ehemaligen Hauptschule, wird es etwas komplizierter. Weil die Schülerzahlen rückgängig sind, aber die Schulen drei Klassen pro Jahrgangsstufe bilden sollen, wurde der Einzugsbereich der Schule ausgeweitet. Die Städte Zeil und Eltmann sowie die Gemeinden Sand, Oberaurach, Rauhenebrach, Ebelsbach, Stettfeld, Breitbrunn und Kirchlauter bilden diesen Schulverbund. Für unsere insgesamt nur noch 42 Schüler in sechs Jahrgängen bedeutet dies, dass sie auf die Standorte Zeil (Ganztag) sowie Eltmann und Trossenfurt (Regelschule) aufgeteilt sind. Von einer gemeindlichen Schule kann hier nicht mehr die Rede sein. Hier wäre eine organisatorische und finanzielle Neuorientierung dringend geboten.


Große Nachfrage nach Bauplätzen
Weil Sand als Wohnortgemeinde attraktiv ist, steigt natürlich auch die Nachfrage nach Baugrund. Hier sind der Gemeinde durch den Naturraum (Main mit Hochwassergebiet, Naturpark Steigerwald), überörtlichen Infrastruktureinrichtungen (Autobahn A 70, 380 KV-Leitung) und einer kleinen Gemarkung Grenzen gesetzt. Deshalb wurde in der Vergangenheit sparsam mit Bauland umgegangen (Einheimischen-Modell, Erschließung nach Bedarf in Abschnitten).

74 Baugrundstücke sind noch vorhanden, die sich allerdings alle in privater Hand befinden. Sie werden teilweise schon in für die dritte Generation gehortet und sind nicht für Geld und gute Worte zu bekommen. Bei der Preisentwicklung, die Bauland in Sand in den letzten Jahren genommen hat, werden die Bauplätze wohl auch als Spekulationsobjekt genutzt. Ärgerlich ist dabei der Umstand, dass bei diesen Grundstücken die Reinigung der Gehwege und Entwässerungsrinnen nur unzureichend vorgenommen sowie der Räum- und Streudienst vernachlässigt wird.

Die rasante Bautätigkeit in den Baugebieten „Untere Länge“ und „Zehentwörth II“ hat gezeigt, dass die Nachfrage nach Bauland sehr groß ist. Zudem waren es gerade junge Familien mit Kindern, die sich dort niedergelassen haben.

Nachdem die Gemeinde über keine eigenen Bauflächen verfügt, die Nachfrage nach Bauland in Sand aber nach wie vor groß ist, muss die Gemeinde entscheiden, wie sie die weitere Entwicklung steuern will. Dazu gehört die Nutzung von Leerständen im Altortbereich, die Aktivierung von Bauplätzen, die schon seit Jahrzehnten brach liegen sowie auch die mögliche Ausweisung weiterer Baugebiete. Um eine Lösung zu finden wird sie sich dazu professioneller Hilfe bedienen und sich und Grundstückseigentümer von einem erfahrenen Planungsbüro beraten lassen. Das Auswahlverfahren läuft derzeit.

Trotz der vielen Projekte, die in den vergangenen Jahren realisiert worden sind, behält die Gemeinde ihre finanziellen Möglichkeiten immer im Auge. So wurden in den letzten Jahren die Schulden kontinuierlich getilgt. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag am 31.12.2017 bei 370,11 Euro, augenblicklich beträgt sie 341 Euro. Der Landesdurchschnitt liegt bei 603 Euro.

Neben dem Problem der Aktivierung von Baugrund wurden in der Bürgerversammlung zwei Fragen intensiv diskutiert: Die weitere Zukunft des Gemeindehauses und das Bürgerbegehren zur Einführung der „Gelben Tonne“.


Wohnraum für Familien mit wenig Geld
Zur weiteren Nutzung des Grundstückes wurden bisher vom Architekturbüro Hubertus Gieb zwei Nutzungskonzepte erstellt: Eine Sanierung und Umbau des bestehenden Sandsteinhauses zu zwei getrennten Wohneinheiten sowie der Abriss und Neubau von vier Wohnungen und zwei Einzelappartements. Bis auf Einen sprachen sich die Bürger für den Abriss und einen Neubau aus. Allerdings sollten nicht zu viele Wohnungen auf dem kleinen Grundstück untergebracht werden. Außerdem wurde angeregt, bei einem Neubau die vorhandenen Sandsteine in die Gestaltung mit einzubeziehen. Die Sanierung wurde trotz möglicherwiese hoher Zuschüsse als sehr aufwändig erachtet, da nicht nur die Haustechnick und die Raumaufteilung komplett neu gestaltet werden müssten, sondern auch der Sandstein wegen der Ausblühungen einer Überarbeitung bedarf.

Einigkeit bestand darüber, dass auf dem Grundstück Wohnraum für einkommensschwächere Familien geschaffen werden soll, aber maximal in einem Gebäude. Denkbar wären zwei Wohnungen auf zwei Geschossen und eine Dachwohnung. Eine Entscheidung darüber soll noch in diesem oder Anfang nächsten Jahres fallen, damit die genauere Planung und verbindliche Gespräche mit der Regierung wegen einer staatlichen Förderung geführt werden können.


Pro und Contra „Gelbe Tonne“
Eine umfangreiche Diskussion löste das Thema „Gelbe Tonne“ aus. Für die Einführung einer solchen Tonne soll in einem Bürgerentscheid abgestimmt werden. Termin: 24. März 2019. Dabei gingen die Meinungen Pro und Contra weit auseinander.

Damit sich die Bürgerinnen und Bürger entscheiden können, sollten sie die Information beider Seiten aufmerksam verfolgen. Dabei sollten sie genau überdenken, welche Konsequenz ihre Entscheidung auf ihre persönliche Lebenssituation hat. Angeregt wurde in der Diskussion auch, dass die Kreisverwaltung die beiden Konzepte mit deren organisatorischen und finanziellen Auswirkungen objektiv gegenüberstellt und den Bürgern als Information an die Hand gibt. Ein guter Vorschlag!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Bernhard Ruß
1. Bürgermeister