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Für die Gemeinde Sand war es ein bewegtes Jahr

„2017 war ein bewegtes Jahr. Nicht nur wegen der Bürgermeisterwahl, die mit einem großen Aufwand betrieben wurde und auch einige Spuren hinterlassen hat. Ich hoffe und wünsche, dass sich die Aufregung wieder legt“. Mit diesen Worten begann Bürgermeister Bernhard Ruß seinen Jahresrückblick in der Jahresschlusssitzung des Sander Gemeinderates.
Sand wächst. Dies stellte Bürgermeister Ruß an den Anfang seiner Rede. Mit Stand von 18. Dezember 2017 waren in der Gemeinde 3291 Einwohner gemeldet, was sich auf 3144 Einwohner mit Erstwohnsitz und 147 Bürger mit Zweitwohnsitz aufgliedert. Bei 153 Zuzügen und 113 Wegzügen war ein Plus von 40 Einwohnern zu verzeichnen. Den 39 Geburten standen 23 Sterbefälle gegenüber.
Den Schuldenstand der Gemeinde Sand bezifferte Bürgermeister Ruß auf 1.162.500 € bzw. auf eine Prokopfverschuldung von 377 €uro. Die Rücklagen betragen über 2 Mio. Euro.
Die Aussetzung des Verfahrens zur Erweiterung des Kiesabbau "Nordöstlich Sand am Main" durch das Bergamt bei der Regierung von Oberfranken Ende Januar 2017 war der erste wichtige Punkt, den Bürgermeister Ruß in seinem Rückblick ansprach. Im Gemeinderat habe man sich intensiv damit auseinander gesetzt. Nach Mitteilung der Behörde wurden seitdem keine geänderten Planunterlagen eingereicht. Der Antrag sei jedoch noch nicht vom Tisch. Trotz aller bisher vernommenen Signale der neben dem Bergamt ebenfalls zuständigen Behörden sei weiterhin Wachsamkeit geboten. Als Bürgermeister halte er ständig Kontakt zu den betreffenden Stellen. Auch die Bürgerinnen und Bürger sowie die Bürgerinitiative Sand hätten ein waches Auge und würden das Geschehen genau verfolgen.
Auf den Hochwasserschutz eingehend ging Bürgermeister Ruß auf das vom Wasserwirtschaftsamt in Auftrag gegebene Konzept ein. Das sollte für die Gemeinde Sand im Rahmen einer Magisterarbeit auf die praktische Umsetzbarkeit überprüft werden. Die Arbeit sei jedoch in Richtung „Binnenentwässerung bei Insellage und sandigem Untergrund“ erweitert worden und bezieht sich nun nicht nur auf die Gemeinde Sand allein. Die Vorlage der Arbeit wird sich wegen der Komplexität des Themas nun zeitlich verzögern.
Eine schwierige Entscheidung hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 13. Juni 2017 zu treffen, als es um einen Antrag des FC Sand auf einen nachträglichen Baukostenzuschuss für die Errichtung der Sportanlagen auf gemeindlichen Grund ging. Unstrittig sei, so Bürgermeister Ruß, dass der 1. FC Sand durch das Fehlverhalten einiger Vorstandsmitglieder in eine finanzielle Schieflage geraten ist, die sowohl die Existenz des Vereins als auch die Existenz einiger Vorstandsmitglieder bedrohte. Der Gemeinderat sei vor der Entscheidung gestanden, den Verein Konkurs gehen zu lassen und damit eine Immobilie zu übernehmen, für die es keinen oder nur schwer einen Nutzer gibt oder die Gemeinde gewährt schweren Herzens, aber in der Überzeugung größeren Schaden von der Gemeinde und vom Verein abgewendet zu haben, den beantragten Baukostenzuschuss. Mit 12:2 Stimmen habe sich der Gemeinderat für die zweite Lösung entschieden.
Laut Bürgermeister Ruß habe sich der Gemeinderat dazu entschieden ab 1. Januar 2018 die Aufgaben des Standesamtes was Geburten, Eheschließungen und Todesfälle betrifft aus Kostengründen wie z. B. Zahl und Qualifizierung des Personals und Soft- und Hardwaremodernisierung an die Stadtverwaltung Eltmann zu übertragen. Änderungen ergeben sich dadurch lediglich bei Eheschließungen. Die Anmeldung der Eheschließung erfolgt in Eltmann. Die Trauungen können nach wie vor im Sander Rathaus durch die jeweiligen Bürgermeister vorgenommen werden. Geburten werden ohnehin im Standesamt der Stadt beurkundet, in der die Geburtsklinik steht. Bei Sterbefällen übernimmt die Meldung im Standesamt in nahezu allen Fällen das beauftragte Bestattungsinstitut.
Als Nachfolgerin von Frau Anette Henfling, die zum 31. März 2018 aus dem Verwaltungsdienst der Gemeinde Sand ausscheidet wird Frau Margit Mahr aus Sand das Einwohnermelde- und Passamt übernehmen. Sie tritt ihren Dienst in der Gemeindeverwaltung am 2. Januar 2018 an.
Wie Bürgermeister Bernhard Ruß weiter ausführte, sei die kommunale Verkehrsüberwachung in der Bürgerversammlung Ende November und in der letzten Gemeinderatssitzung ausgiebig diskutiert worden. Er stellte klar heraus, dass die notwendige Verkehrsüberwachung nicht das Ziel verfolgt, die Bürger unnötig zur Kasse zu bitten. Vielmehr müsse man in einer Zeit der zunehmenden Motorisierung auch die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu ihrem Recht kommen lassen, indem Falschparken unterbleibt und man die Gehsteige den Fußgängern überlässt.
Weitere Themen, auf die Bürgermeister Ruß in seinem Jahresrückblick einging, waren die Fertigstellung der Erschließung des Neubaugebietes „Untere Länge“ und der Baubeginn eines barrierefreien Zuganges zum Rathaus. Die Arbeiten im Untergeschoss der Verwaltung seien nahezu abgeschlossen. Der Aufzug zum Rathaussaal stehe ebenfalls kurz vor der Fertigstellung. Im Innenausbau stehen jedoch noch Nacharbeiten an.
Froh zeigte sich Bürgermeister Ruß über den zügigen Fortgang bezüglich der Erweiterung des Kindergartens St. Nikolaus um zwei Kinderkrippen. Vom Grundsatzbeschluss im Gemeinderat bis zur Einreichung der Baugenehmigung beim Landratsamt seien nur wenige Monate verstrichen. Die notarielle Beurkundung des Kaufes von Pfarrhaus und Pfarrgarten seien ebenfalls getätigt.
Nur mit wenigen Worten streifte Bürgermeister Ruß das weitere Vorgehen in Bezug auf das Gemeindehaus. Neben einer möglichen Sanierung des Gemeindehauses sei inzwischen auch ein Raum- und Kostenkonzept für einen Neubau erstellt worden, das der Regierung von Unterfranken als Zuschuss gebende Institution vorgelegt werden könne.
In seinem Ausblick auf die zukünftigen Aufgaben der Gemeinde Sand erwähnte Ruß, dass man im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Gemeinde den Blick auf ein weiteres Neubaugebiet richten muss ohne den Altort zu vernachlässigen. Zu den Aufgabenfeldern gehöre ebenso, Möglichkeiten für die Einrichtung von Pflegeplätzen für ältere Menschen auszuloten. Insbesondere die Tagespflege genieße dabei oberste Priorität. Desweiteren stehe in Teilbereichen des Ortes eine Straßensanierung an. Im Hinblick auf die marode Wasserleitung aus den 60er Jahren brauche es für den Altort eine Komplettlösung.
Neben der bereits erwähnten personellen Veränderungen im Einwohnermeldeamt musste Bürgermeister Ruß mit Bedauern eine weitere personelle Veränderung in der Verwaltung bekannt geben. Der Leiter der Hauptverwaltung, Herr Matthias Klauda, hat seine Kündigung eingereicht und wird die Gemeinde Sand a. Main in Richtung VG Ebelsbach verlassen.
Zum Schluss seines Jahresrückblickes stellte Bürgermeister Ruß heraus, dass die im Jahr 2017 geplanten bzw. begonnenen Maßnahmen im kommenden Jahr 2018 fortgeführt werden. „Damit liegt wieder ein arbeitsreiches Jahr vor uns“, so seine Prognose.
Im abgelaufenen Jahr tagte der Gemeinderat 12mal und behandelte 204 Tagesordnungspunkte. Dazu kamen noch zehn Ausschusssitzungen.
Der abschließende Dank von Bürgermeister Bernhard ging an die Verwaltung mit Matthias Klauda und Kämmerer Alexander Krines an der Spitze für die tatkräftige Unterstützung sowie an den Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit. Das Gemeindeoberhaupt bedankte sich auch bei der Pfarrgemeinde und beim Anglerverein für die Zurverfügungstellung ihrer Räumlichkeiten für die Ratssitzungen während der Umbauphase im Rathaus.
2. Bürgermeister Gerhard Zösch stellte fest, dass für die Gemeinde Sand ein ereignisreiches Jahr zu Ende geht. Insgesamt sei eine gute Arbeit geleistet worden. Jeder Betrieb und jede Kommune brauche einen Mann, der vorangeht. In diesem Sinne bedankte er sich im Namen des Gemeinderates bei Bürgermeister Bernhard Ruß, dem er weiterhin ein gutes Wirken wünschte und bei der Gemeindeverwaltung für die gute Zusammenarbeit.